1853

Geboren in Leipzig — geschaffen für die Ewigkeit

Mitte des 19. Jahrhunderts zählte Leipzig zu den großen Kulturmetropolen Europas – eine Stadt der Musik, des Geistes, des Handels und der Innovation. In diesem von Mendelssohn, dem Gewandhaus und dem Thomanerchor geprägten Umfeld fand Julius Blüthner die Inspiration, etwas Außergewöhnliches zu schaffen.

Am 18. November 1853 gründete er seine Klaviermanufaktur – getragen von einem kompromisslosen Streben nach handwerklicher Vollendung, Innovation und musikalischem Ausdruck. Seine wegweisenden Konstruktionen machten Blüthner schon bald zu einem der bedeutendsten Klavierbauer seiner Zeit und prägten Generationen von Handwerksmeistern.

Heute, mehr als 170 Jahre später, lebt seine Vision fort: ein Klavier mit einer eigenen Stimme, einer eigenen Seele und einem unverwechselbaren Charakter – geschaffen, um die Zeit zu überdauern.

1868

Königshöfe und Weltruhm

Blüthner Klaviere eroberten schon bald die Welt der Musik. Von bedeutenden Pianisten, Komponisten und musikalischen Autoritäten gefeiert, erlangten sie Anerkennung für ihren außergewöhnlichen Klang und ihren unverwechselbaren Charakter. Zu den namhaften Gästen im Hause Blüthner zählten Brahms, Liszt, Mahler, Rachmaninow, Schumann und Tschaikowski. Ihre Wertschätzung trug den Namen Blüthner weit über Leipzig hinaus. Die Ernennungen zum Hoflieferanten – unter anderem für Königin Victoria, Zar Nikolaus II., den Deutschen Kaiser und den König von Sachsen – bestätigten den herausragenden Rang der Instrumente.

Ab 1868 weitete Julius Blüthner die Präsenz des Unternehmens in der ganzen Welt aus und präsentierte seine neuesten Innovationen auf bedeutenden internationalen Ausstellungen in Paris, Wien, Philadelphia, Melbourne und vielen weiteren Metropolen. Immer wieder wurden Blüthner Klaviere mit Goldmedaillen, ersten Preisen und renommierten Auszeichnungen geehrt.

Zu den bedeutendsten Innovationen Julius Blüthners zählt die 1873 eingeführte Aliquot-Bespannung. Die wegweisende vierte Saite bereicherte das Obertonspektrum des Instruments und wurde zu einem wesentlichen Bestandteil des unverwechselbaren Blüthner Golden Tone – jenes charakteristischen Klangs, der bis heute die Stimme der Instrumente prägt. Von Leipzig in die Welt wurde Blüthner zum Synonym für höchste Qualität, Innovation und eine unverwechselbare Stimme.

1900

Komponisten

Von Leipzig aus verbreitete sich die Stimme von Blüthner schon bald weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Das berühmte Gewandhausorchester und das pulsierende Musikleben Leipzigs zogen bedeutende Komponisten und Pianisten in die Stadt – und damit auch in die Blüthner-Fabrik und Villa. Diese Begegnungen wurden für Julius Blüthner zu einer Quelle der Inspiration und Verfeinerung. Sein lebenslanges Streben galt dem vollkommenen Zusammenspiel von Klang, Resonanz und Ausdruck. Im Gegenzug trugen die Künstler den unverwechselbaren Blüthner-Klang in die ganze Welt.

Zu seinen leidenschaftlichen Bewunderern zählten Brahms, Mahler, Rachmaninow, Schumann, Tschaikowski, Prokofjew und Schostakowitsch. Claude Debussy war fasziniert von der außergewöhnlichen Resonanz, die durch Blüthners vierte Saite des Aliquot-Systems entstand. Rachmaninow wiederum komponierte einen großen Teil seiner frühen Werke an seinem geliebten Blüthner-Flügel.

1966

Ein Vermächtnis für die Zukunft

Seit Julius Blüthner das Unternehmen 1853 gründete, hat jede Generation der Familie Blüthner seine Vision weitergetragen – und die Manufaktur durch mehr als 170 Jahre des Wandels geführt, stets verbunden mit dem Anspruch, außergewöhnliche Musikinstrumente zu schaffen. Nach dem Tod von Dr. Rudolph Blüthner-Haessler im Jahr 1966 übernahm sein Sohn Ingbert die Leitung des Unternehmens. Auch durch die schwierigen Jahre der Verstaatlichung in der DDR blieb er an der Spitze und bewahrte Handwerkskunst, Wissen und Identität des Hauses bis zur Wiedervereinigung.

Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 führte Ingbert Blüthner-Haessler Blüthner wieder als unabhängiges Familienunternehmen und schlug ein neues Kapitel des Wachstums auf. Zwischen 1994 und 1997 errichtete die Familie eine neue Manufaktur in Störmthal bei Leipzig. Damit wurde die Produktion erweitert, ohne jene Traditionen aufzugeben, die Blüthner über Generationen geprägt hatten.

Ab 1995 teilte Ingbert die Unternehmensführung mit seinen Söhnen, Dr. Christian Blüthner-Haessler und Knut Blüthner-Haessler. Gemeinsam verbanden sie unternehmerisches Wissen, wissenschaftliche Expertise und die Meisterschaft des Klavierbaus – und führten das Vermächtnis von Blüthner in eine neue Ära. Generation für Generation ist der Name derselbe geblieben. Ebenso wie das Streben nach Perfektion.

2024

Blüthner heute

Heute verantwortet Dr. Christian Blüthner-Haessler die Bereiche Vertrieb und Finanzen, während Knut Blüthner-Haessler die Produktion sowie die technische Entwicklung der Instrumente leitet. Von seiner Heimat Leipzig aus erreicht Blüthner heute Musikerinnen und Musiker auf der ganzen Welt – getragen von einem internationalen Netzwerk aus Tochtergesellschaften, Servicezentren, Fachhändlern und langjährigen Partnern in Europa, Nordamerika und Asien.